Wir sind moderne Menschen und  wir leben im 21ste Jahrhundert und nicht  6 Jahrhundert vor Christus, Zeit der Römer , dann brauchen wir auch nicht wie sie leben
 
Wir sind moderne Menschen und  wir leben im 21ste Jahrhundert und nicht 16 Jahrhundert vor Christus, Zeit der Griechen , dann brauchen wir auch nicht wie sie leben             
 
                                                                                                                                               Arya Bàhram

Wein und Alkohol sind der erste Teil von einem desaströse Weltsucht dreieck

 

http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/SUCHT/Alkohol.shtml

Entsteht durch Vergären von Früchten, wird durch Destillieren konzentriert. Alkohol wird in vielen Kulturen als Nahrungs-, Genuss- und Rauschmittel verwendet. In Österreich ist Alkohol ein legales Genussmittel. Alkohol kommt in unterschiedlichen Formen als Flüssigkeit mit verschieden hohen Promillegehalt in Getränken vor. Erkennungsmerkmale: Alkoholgeruch, zunehmende Trunkenheit, Verlust der Kontrolle über die Motorik, Wanken, Torkeln, verwaschene Sprache bis hin zur Bewusstseins und zum Koma. Lähmung des Wärmezentrums im Gehirn, Gefahr der Unterkühlung und Erfrierung.

Alkohol wirkt in allen Teilen des Gehirns hemmend (Enthemmung), Verminderung der kritischen Selbsteinschätzung, Kritik- und Urteilsfähigkeit, Euphorie, depressive Stimmung, Aggression. Die Alkoholwirkung lässt sich stufenartig etwa so beschreiben: Zustände der Wohlgestimmtheit (0,1 bis 1,0 Promille) Rauschstadium (1,0 bis 2,0 Promille) Betäubungsstadium (2,0 bis 3,0 Promille) Lähmungsstadium (3,0 bis 5,0 Promille) Legt man die Wirkung auf übliche Konsumeinheiten um, dann ergibt sich folgendes Bild: Menge alkoholhaltiger Getränke       Blutalkohol       Wirkungen 1 Glas Bier oder 0,2 l Wein 0,2‰ enthemmende Wirkung mit Steigerung der Redseligkeit 3 Glas Bier oder 0,5 l Wein 0,5‰ deutliches Nachlassen der Reaktionsfähigkeit, insbesondere auf rote Signale, deutliche Erhöhung der Risikobereitschaft 5-8 Glas Bier oder 1 l Wein            1,0‰   beginnender Verlust der Bewegungskoordination, des Gleichgewichts und der Reflexe, deutliche Angetrunkenheit 10 Glas Bier oder 1,5 l Wein 1,5‰   Plaudersucht, Selbstgespräch, Stottern und Schwanken, starke Betrunkenheit 12 Glas Bier oder 2 l Wein        2,0‰   Erbrechen, hilfloser Zustand, schwere Gleichgewichtsstörungen, Kleinhirn wird überschwemmt, schwerer Rausch ab 2,5‰ Störung von Atmung und Blutkreislauf, die Bewegungsnerven versagen, das Bewusstsein setzt aus, Lebensgefahr über 4‰ meist tödlich 

 

Quelle:http://www.suchtmittel.de/info/alkohol/000206.php (08-08-08))

 

Störungen in Abhängigkeit von der konsumierten Alkoholmenge 0,2 bis 0,5 Promille: Hör- und Sehvermögen werden leicht vermindert, Aufmerksamkeit, Konzentration und Reaktionsvermögen lassen nach. Die Fähigkeit, mit Kritik fertig zu werden, sinkt ebenso wie die Urteilsfähigkeit. Es steigt die Risikobereitschaft. Ab 0,5 Promille: Störungen des Gleichgewichts treten auf. Der Betrunkene kann Probleme mit der Konzentration haben. Die Reaktionszeit nimmt zu. Der Betroffene reagiert enthemmt und neigt zu Selbstüberschätzung. Ab 0,8 Promille: Die Wahrnehmung von Gegenständen und das räumliche Sehen sind beeinträchtigt. Das Blickfeld verengt sich - bis zum Tunnelblick. Gleichgewichtsstörungen nehmen zu. Inzwischen ist die Konzentrationsschwäche ausgeprägt. Die Reaktionszeit ist stark verlängert. Die Selbstüberschätzung steigt ebenso wie Euphorie oder die Enthemmung. Wenn Menschen zu viel Alkohol getrunken haben, leidet unter anderem das beidäugige Sehen, was dazu führt, dass man manche Dinge doppelt zu sehen glaubt, was daran liegt, dass das menschliche Gehirn die Seheindrücke, die von den beiden Augen kommen, zu einem dreidimensionalen Bild verarbeiten muss. Das ist ein hochkomplexer und störanfälliger Prozess, denn damit das Gehirn diese beiden Bilder zu einem Bild verschmelzen kann, muss die Blickachse beider Augen stets exakt ausgerichtet werden, doch unter Alkoholeinfluss kann eines der beiden Augen leicht von der Blickachse abweichen, was den Eindruck des doppelten Sehens bewirkt. 1,0 bis 2,0 Promille: Hier beginnt das Rauschstadium. Starke Gleichgewichtsstörungen treten auf. Aufmerksamkeit und Konzentration lassen nach.

Die Reaktionsfähigkeit ist erheblich gestört. Der Betrunkene zeigt Verwirrtheit und Sprech- sowie Orientierungsstörungen. Die Selbstüberschätzung durch Enthemmung ist hier schon übersteigert. Die Kritikfähigkeit ist stark reduziert. 2,0 bis 3,0 Promille: Hier beginnt das Stadium der Betäubung. Ausgeprägte Gleichgewichts- und Konzentrationsstörungen treten auf. Ein Reaktionsvermögen ist kaum noch vorhanden. Muskeln erschlaffen. Gedächtnis- und Bewusstseinsstörungen sind ebenso zu bemerken wie Verwirrtheit. Ab 3,0 Promille: Das Lähmungsstadium beginnt, es kommt zu Bewusstlosigkeit, Gedächtnisverlust, schwacher Atmung, Unterkühlung. Reflexe fehlen. Ab 4,0 Promille: Es treten Lähmungen auf. Der Betrunkene kann ins Koma fallen. Es kommt zu unkontrollierten Ausscheidungen, Atemstillstand - und es kann tödlich enden. Die hier genannten Wirkungen treten kumulativ auf, d.h., bei einem bestimmten Alkoholgehalt im Blut treten auch die Störungen auf, die auf den davor liegenden Stufen zu beobachten sind. Man unterscheidet: Einfacher Rausch: Verträglichkeit ist individuell unterschiedlich (Männer vertragen Alkohol besser als Frauen - abhängig von körperlicher Konstitution). Steigerung der Symptome mit Steigerung der Menge konsumierten Alkohols.

Komplizierter Rausch: Verhaltensstörungen, oft Aggressionsausbrüche, Bewusstseinsspaltung und Erinnerungslücken nach dem Rausch sind typische Zeichen für diesen Zustand. Akute Vergiftung: Ab 1,4 Promille Verlust der Koordinationsfähigkeit, kann zum Koma führen. Tod tritt durch Atemlähmung ein (Gefahr auch durch Ersticken am Erbrechen, durch Unterkühlung im Freien, ...) Alkohol ist ein Zellgift und schädigt praktisch alle Organsysteme des Körpers: Nervensystem: Periphere Polyneuropathie: Potenzprobleme, Muskelschwächen, Temperaturregelungsstörungen,.. Alkoholischer Tremor: Dauerzittern Bewegungsstörungen Konzentrationsfähigkeit sinkt (Sprachstörungen, Abbau der Großhirnrinde führt zu zunehmendem Verlust von Gedächtnisleistungen, ...) Krampfanfälle Organe Leberschäden Entzündungen im Magen-Darmtrakt Herz-Kreislauf-System-Störungen Alkohol wird im gesamten Verdauungstrakt aufgenommen. Schon über die Mundschleimhaut werden schnell hohe Alkoholblutwerte erreicht. Die Alkoholaufnahme wird durch warmen Alkohol (Glühwein), durch Zuckerzusatz (Likör) oder durch Kohlensäure (Sekt) beschleunigt. Nahrungsaufnahme, insbesondere von Fetten und Proteinen, vermindert die Geschwindigkeit der Alkoholaufnahme, aber die getrunkene Menge bleibt natürlich die gleiche, sie wird nur langsamer wirksam. Pro 10 kg Körpergewicht wird in einer Stunde 1 g Alkohol abgebaut.

Die Gewöhnung an große Alkoholmengen ist eine reine Gewöhnung des zentralen Nervensystems ist, sodass ein Alkoholiker, der zehnmal soviel trinkt auch die zehnfache Giftdosis im Körper hat. Ca. 5% des aufgenommenen Alkohols werden über Urin, Schweiß und Atemluft ausgeschieden. Heidelberger Studien zeigten, dass bereits sechs Minuten nach dem Konsum von drei Gläsern Bier oder zwei Gläsern Wein (Blutalkoholgehalt von 0,5 bis 0,6 Promille) erste Veränderungen in den Gehirnzellen auftreten. Das Gehirn schaltet dabei um und nutzt statt Glukose ein Abbauprodukt des Alkohols zur Energiegewinnung, sodass die schädliche Wirkung ebenfalls schnell einsetzt, denn schon während des Experiments nahm die Konzentration von zellschützenden Stoffen ab. Bei gesunden Menschen nimmt die schädliche Wirkung mit dem Alkoholabbau im Blut jedoch auch wieder ab, allerdings vermutet man, dass die Fähigkeit des Gehirns, sich von der Alkoholwirkung zu erholen mit zunehmendem Alkoholgenuss geringer wird beziehungsweise irgendwann ganz erlischt. Zwischen Männern und Frauen zeigte sich keinen Unterschied in der Alkoholwirkung auf das Gehirn. Allerdings unterscheiden sich Männer und Frauen hinsichtlich der Dopaminausschüttung: Nina Urban et al. (2010) ließen CollegestudentInnen jeweils ein Getränk mit und eines ohne Alkohol konsumieren. Dann überprüften sie mit Hilfe eines Positronen-Emissions-Tomographen, welche Mengen von Dopamin im Gehirn als Folge des Alkoholkonsums freigesetzt werden, und fand, dass trotz der gleichen, an das Körpergewicht angepassten Alkoholmenge die Ausschüttung bei Männern im Striatum, der für Vergnügen, Belohnung und Suchtentstehung zuständigen Region des Großhirns, größer war. Bei Männern ist die Dopamin-Ausschüttung auch stärker mit positiv empfundenen Effekten einer Alkoholvergiftung verbunden, denn Alkoholkonsum sorgt anfangs für eine Anregung und kann über den Weg des Dopamins zur Gewohnheit werden. Da Menschen weniger Dopamine ausschütten, wenn sie häufig viel Alkohol trinken, führt das zum Ansteigen der Toleranzgrenze für Alkohol und daher mittelfristig zur Sucht.

Die Lebenserwartung von Abhängigen ist gegenüber der Durchschnittsbevölkerung um 20 Jahre reduziert. Alkohol löst weltweit ein ähnliches Maß an Todesfällen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen aus wie Tabak oder Bluthochdruck und wird mit 60 Krankheiten in Zusammenhang gebracht. Die gesundheitsfördernde Wirkung von Alkohol muss man nach einhelliger Expertenmeinung als Mythos betrachten,. Eine moderate Dosis kann zwar in einigen Fällen günstig für die Kardioprotektion sein, hat aber stets zugleich negative Auswirkungen auf andere Organe, sodass das Trinken von Alkohol immer mit einem Gesundheitsrisiko verbunden ist. Wichtig: Auch Fruchtsäfte wie Apfelsaft können Alkohol enthalten, wenn das verwendete Obst angefault ist. Daher ist ein niedriger Alkoholgehalt in Fruchtsäften manchmal ein Qualitätskriterium und wird durch das Lebensmittelbuch geregelt. Bis zu drei Gramm Alkohol pro Liter (0,38 Vol. %) dürfen in handelsüblichen Säften vorkommen.

Lässt man Saft länger offen stehen, kann ihn Hefe aus der Luft vergären. [Bild: dpa] Wie entsteht Alkoholismus? Alkoholismus basiert auf einer Verbindung von körperlichen, sozialen, seelischen und genetischen Ursachen. Alkohol wirkt einerseits beruhigend, andererseits vergiftend, sodass Alkoholiker ihre lebensnotwendigen Bedürfnisse vernachlässigen. Sie essen häufig zu wenig oder trinken zu wenig Wasser, dadurch leiden sie an Mangelerscheinungen und machen ihr Immunsystem angreifbar. Am schädlichsten sind die Folgen für die inneren Organe, dazu zählen Magengeschwüre, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und Leberzirrhose (führt zu Vernarbung (Fibrose) und dem Absterben der Leberzellen), deren Folge der Versagen der Leberfunktionen und Bluthochdruck ist (Symptome sind Durchfall,

Leibschmerzen, Gelbsucht). Selbst bei frühzeitiger Behandlung ist eine vollständige Wiederherstellung der Leber unmöglich. Alkohol greift auch das Nervensystem und das Gehirn an. Das kurzzeitige gewünschte Ausklinken des Hirns durch einen kleinen Rausch führt durch den Missbrauch zu Bewusstseinslücken, Halluzinationen, Wahnvorstellungen und Zittern der Körperteile. Der Mythos: Alkohol tötet Gehirnzellen ab Mit einem Schluck Wein ist noch keine Gehirnzelle verloren, denn es braucht schon einen Rausch, um Schaden anzurichten, aber selbst dann sterben keine Zellen ab, sondern die Verbindungen zwischen den Neuronen werden gekappt. Schon nach einigen Drinks kann es aber zu einem Gedächtnisverlust kommen, der umso größer ist, je mehr getrunken wurde.

Nur exzessives Trinken über einen langen Zeitraum kann das Gehirn nachhaltig beschädigen, d. h. im Konkreten, dauerhafter Alkoholkonsum beschädigt den Frontallappen und das Kleinhirn, doch obwohl diese Gehirnregionen an der Sprachverarbeitung beteiligt seien, bleibt die Fähigkeit zu sprechen und das Gesprochene zu verstehen, bei Alkoholikern meist weitgehend erhalten. Vermutlich springen andere Hirnareale kompensierend ein, um Schäden am Sprachzentrum auszugleichen, was aber vermutlich auf Kosten anderer geistiger Prozesse geht, die gewöhnlich während des Sprechens ablaufen. Grundsätzlich strebt der Körper danach, eine durch Endorphine ausgelöste Hochstimmung zu wiederholen, auch bis zur Sucht. Der Einfluss der Gene wird bei der Alkoholkrankheit auf mindestens 50 Prozent geschätzt. Nach einer deutsch-schwedischen Studie sind dabei Frauen aufgrund einer bestimmten Gen-Variante möglicherweise anfälliger für Alkoholsucht. Blutuntersuchungen von mehr als 500 Alkoholikern ergaben nämlich, dass ein Gen des Endorphin-Stoffwechsels bei alkoholabhängigen Frauen häufiger in charakteristischer Weise verändert ist als bei nicht abhängigen Frauen. Bei männlichen Alkoholikern waren keine genetischen Auffälligkeiten festgestellt worden. Trotz psychologischer und pharmakologischer Therapien ist die Rückfallquote bei Alkoholikern, aber auch bei anderen Suchtkranken auch viele Jahre nach einer Entziehungskur sehr hoch, denn Sucht verändert das Gehirn.

Was sich einmal im Suchtgedächtnis verankert hat, kann auch Jahre nach der Entwöhnung durch bestimmte Reize unabhängig vom Willen des Patienten aktiviert werden und zun Rückfall führen. Daher gibt es einen neuen Trend für Suchtforscher zu versuchen, dieses Suchtgedächtnis zu „löschen“ oder zumindest zu beeinflussen und damit zu verändern. Trinkertypen Eine gebräuchliche Klassifikation geht auf Jellinek (1960) zurück. Er unterteilte Personen mit Alkoholproblemen nach 5 Kategorien von Alpha bis Epsilon. Die Trinkformen des Alpha- und Beta-Typus bezeichnete er als Vorstufen der Alkoholkrankheit, Delta- und Epsilon-Trinker bezeichnete er als alkoholkrank. Alpha-Typ Für diesen Typus sind auch die Bezeichnungen "Problemtrinker", "Erleichterungstrinker", "Kummertrinker" und "Konflikttrinker" gebräuchlich. Alpha-Typen sind von der Alkoholwirkung psychisch abhängig, in dem Sinne, dass sie Alkohol verwenden, um körperliche oder seelische Belastungen leichter zu ertragen.

Das Trinken ist zwar undiszipliniert, aber die Fähigkeit zur Abstinenz ist vorhanden. Es kommt zu keinem Kontrollverlust beim Trinken und es gibt keine Anzeichen einer körperlichen Abhängigkeit, allerdings kann eine zeitlich begrenzte Abhängigkeit entwickelt werden. Wesentlich ist bei diesem Typus, dass ihm offensichtlich in schwierigen Lebenslagen keine andere Strategie zur Verfügung steht und dass die dämpfende und entspannende Wirkung des Alkohols gesucht wird. Alphatypen trinken sowohl alleine als auch in Gesellschaft. Beta-Typ Beim Beta-Typ handelt es sich um "Gelegenheitstrinker", die weder psychisch noch körperlich abhängig sind, bei denen sich aber ernste gesundheitliche Folgen des Alkoholkonsums, wie Polyneuropathie, Gastritis, Leberzirrhose etc. abzeichnen.

Diese Personen konsumieren manchmal übermäßig bis zum Rauschzustand Alkohol. Dieser Trinktyp findet sich gehäuft bei Jugendlichen; diese trinken in der Gruppe häufig an Wochenenden grosse Mengen von Alkohol. Gamma-Typ Für diesen Typus ist auch die Bezeichnungen "Gewohnheitstrinker", "süchtiger Trinker" oder "Rauschtrinker" gebräuchlich, da Gamma-Alkoholiker im Tagesverlauf unregelmäßig trinken und sich Phasen der starken Berauschung mit relativ unauffälligen Phasen abwechseln. Gamma-Alkoholiker zeichnen sich durch eine erhöhte Alkoholtoleranz aus, die psychische Abhängigkeit ist stärker ausgeprägt als die ebenfalls vorhandene körperliche Abhängigkeit. Typisch für Gamma-Alkoholiker ist, dass sie im Verlauf eines Trinkaktes nicht mehr aufhören können zu trinken, obwohl sie selbst das Gefühl haben, bereits genug zu haben ("Kontrollverlust"). Sie können phasenweise abstinent bleiben, es kommt beim Trinken allerdings zum Kontrollverlust. Wenn diesen Personen der Alkohol nicht vorenthalten wird, dann sind sie in ihrem Verhalten eher unauffällig. Delta-Typ Für diesen Trinktyp sind auch die Bezeichnungen "Spiegeltrinker" oder "Gewohnheitstrinker" gebräuchlich. Die Vertreter dieses Typus müssen täglich und regelmäßig trinken und zeigen keine Rauschsymptome. Delta-Alkoholiker zeichnen sich durch eine erhöhte Alkoholtoleranz aus, die körperliche Abhängigkeit ist stärker ausgeprägt als die ebenfalls vorhandene psychische Abhängigkeit und es kommt beim Trinken zwar nicht zum Kontrollverlust, aber Delta-Alkoholiker können sich des Alkoholkonsums nicht enthalten ("Unfähigkeit zur Abstinenz"), da sie sonst unter Entzugserscheinungen zu leiden hätten Epsilon-Typ Für diesen Trinktyp ist auch die Bezeichnung "Quartalsäufer" gebräuchlich, da Epsilon-Alkoholiker oft monatelang abstinent leben und dann in unregelmäßigen Abständen durchbruchsartig kurze Phasen exzessiven Alkoholkonsums erleben. Beim Epsilon-Alkoholiker ist die psychische Abhängigkeit wesentlich stärker ausgeprägt als die körperliche. Typisch sind in den Trinkphasen "Kontrollverluste", es besteht aber die Fähigkeit zur Abstinenz.

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Man vermutet, dass in China schon vor 9000 Jahren alkoholhaltige Getränke produziert wurden (eine frühe Bierart aus Reis, Honig und Früchten). Das verwundert, da bei Ostasiaten auf Grund genetischer Faktoren zwei Enzyme beim Abbau von Ethanol so schlecht zusammenarbeiten, dass Ethanol zu rasch zu Acetaldehyd oxidiert, was zu Herzrasen, Kopf- und Magenschmerzen führt. Der Name Alkohol leitet sich vom Begriff "kuhl" der arabischen Alchemisten für Essenzen bzw. Destillate ab, aus dem im spanischen Umfeld "al-kuhúl" wurde. Alkohol ist eine der ältesten bekannten Drogen. Im Gilgamesch-Epos (3. Jahrtausend vor Chr.) wird bereits Bier getrunken. Die Germanen sollen dem Met in einem Maße zugesprochen haben, dass Tacitus meinte, sie eher durch genügend zu trinken als durch Kriege vernichten zu können. Die Griechen kannten den Dionysoskult, die Römer den Bacchuskult, bei denen unter gewissen Spielregeln gemeinsam gezecht wurde und die quasireligiösen Charakter hatten. In Rom veranlassten die nächtlichen Bacchusfeste (Bacchanalien), bei denen es angeblich zu Orgien, sexuellen Ausschweifungen und sogar zu Ritualmorden kam, den Senat zu rigorosen Maßnahmen. Im Jahr 186 v. Chr. sollen ca. 700 Menschen aufgrund eines Senatsbeschlusses z. T. mit dem Tod bestraft worden sein. Nach einschlägigen Quellen waren es sogar 7000 Menschen (pers. Mitteilung von Felix Wild, 2006).

Die exzessiven Riten wurden daraufhin als sitten- und staatsgefährdend verboten. Auch im christlichen Glauben spielt der Wein innerhalb religiöser Rituale eine Rolle. Auch der Kampf gegen diese Drogen hat eine lange Geschichte: Bei den Ägyptern war Wein im Gegensatz zu Bier den gehobenen Gesellschaftskreisen vorbehalten, bei den Römern war Frauen der Alkohol offiziell verboten. Der Kampf gegen die Droge Alkohol zieht sich bis in die Gegenwart, etwa in der die Alkoholprohibition in USA von 1917 bis 1933. Quellen   Quellen: Jellinek, E. M. (1960). The Disease Concept of Alcoholism. New Haven: College and University Press. OÖnachrichten vom 24.05.2008 Nina B.L. Urban, Lawrence S. Kegeles, Mark Slifstein, Xiaoyan Xu, Diana Martinez, Ehab Sakr, Felipe Castillo, Tiffany Moadel, Stephanie S. O’Malley, John H. Krystal, & Anissa Abi-Dargham (2010). Sex Differences in Striatal Dopamine Release in Young Adults After Oral Alcohol Challenge: A Positron Emission Tomography Imaging Study With Raclopride. Biological Psychiatry, 68, 689–696.

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Alkoholkonsum und seine Auswirkungen auf die Sexualität

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Alkohol bei Kindern und Jugendlichen

 

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Kinder werden heute oft frühzeitig an den Geschmack von Alkohol gewöhnt, denn in Süßigkeiten, Lebensmitteln und auch sogar Medikamenten, die manchmal ausdrücklich für diese Altersgruppe als geeignet bezeichnet werden, ist Alkohol enthalten. Manche Kinder sammeln ihre ersten Erfahrungen mit Alkohol bei Familienfesten - es darf zur Feier des Tages ein halbes Gläschen Sekt getrunken werden. Für Kinder ist das der erste Schritt in die Erwachsenenwelt, denn die Erwachsenen zeigen es den Kindern vor, dass Alkohol zum Erwachsensein gehört. Meistens darf zur Konfirmation das erste Mal "richtig" getrunken werden. Die Wirkung des Alkohols bei Kindern unterscheidet sich von der bei Erwachsenen: Das kindliche Nervensystem reagiert empfindlicher - bereits ab 0,5 Promille Alkohol im Blut kann ein Kind bewusstlos werden. Bei Verdacht auf Alkoholvergiftung muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. Je geringer das Körpergewicht des Kindes ist, umso mehr bewirkt die aufgenommene Alkoholmenge einen höheren Blutalkoholgehalt im Körper, sodass bereits kleine Mengen Alkohol tödlich sein können.

Beim Schulkind liegt der Gefahrenbereich bei 3 Gramm Alkohol je Kilogramm Körpergewicht, während beim Erwachsenen erst die doppelte Menge tötlich ist. Bei kleinen Kindern fehlt das typische rauschhafte Anfangsstadium, vielmehr kann das Kind schlagartig in tiefe Betäubung fallen. Häufiger Alkoholkonsum beeinträchtigt die seelische und körperliche Entwicklung der Kinder. Studien belegen, dass sich das Gehirn von Rauschtrinkern nicht normal entwickeln kann, wobei jugendliche Rauschtrinker zusätzlich eine um 60 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit haben, alkoholabhängig zu werden. Allerdings wird die Gehirn- und die Körperentwicklung nicht nur beim Rauschtrinken sondern schon bei geringeren Mengen Alkohol beeinträchtigt. Siehe auch Alkohol Siehe auch Kinder alkoholkranker Eltern Um die Raten bereits regelmäßig Alkohol trinkender Kinder und Jugendlicher zu ermitteln wurden diese im Rahmen einer Studie der Universität Bielefeld aus dem Jahr 1998 gefragt, wie häufig sie Bier, Wein und Spirituosen zu sich nehmen. Regelmäßiger Alkoholkonsum wurde definiert als Konsum alkoholischer Getränke, auch in geringen Mengen, mindestens einmal pro Woche. In der überwiegenden Zahl der Länder spielt ein regelmäßiger Alkoholkonsum unter den 11jährigen noch keine wesentliche Rolle. Bis auf wenige Ausnahmen liegen die Raten unter einem Durchschnitt von 5 %. Besonders gering sind die Raten in Norwegen, Finnland, Deutschland, Lettland und der Schweiz, wo unter den 11jährigen Mädchen ein regelmäßiger Alkoholkonsum praktisch nicht vorkommt.

Eine moderate Steigerung der Raten ergibt sich bei den 13jährigen. Die Rangfolge der Länder bleibt dabei nahezu gleich. Lediglich in Deutschland und Dänemark zeigt sich ein überdurchschnittliches Ansteigen. Unter den 15jährigen ist der Konsum von Alkohol bereits bei einem Großteil der Jugendlichen in allen Ländern üblich. Die Jugendlichen sollten ebenfalls angeben, wie häufig sie in ihrem Leben bereits betrunken gewesen sind. Die Raten der Jugendlichen mit mehrfachen Trunkenheitserfahrungen steigt mit der Altersgruppe steil an, wobei die höchsten Raten im Nordwesten Europas zu finden sind. Die ermittelten Häufigkeiten in Großbritannien sind etwa 10 mal höher als in Schweden, Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Norwegen. Bei den 13jährigen beträgt der Unterschied zwischen der höchsten und niedrigsten gefundenen Häufigkeit etwa das 6fache. Unter den 15jährigen schrumpft der Unterschied zwischen den Ländern auf den Faktor 3. Es ist dabei ein geographisches Muster zu beobachten das anzeigt, daß Jugendliche aus den südeuropäischen Ländern rund um das Mittelmeer recht selten betrunken sind, während Jugendliche aus West- und Mitteleuropa überproportional häufig von Trunkenheit berichten. Mit Ausnahme von Dänemark haben die skandinavischen Länder vergleichbar geringe Raten.

In fast allen Ländern haben Jungen häufiger Erfahrungen mit Trunkenheit als Mädchen, vor allem in den jüngeren Altersgruppen. Bei den 15jährigen relativiert sich die Differenz zwischen den Geschlechtern. Jugendliche, die häufig Alkohol konsumieren rauchen auch häufiger und umgekehrt. Dies kann als eine generelle Tendenz zum Konsum psychoaktiver Substanzen verstanden werden. Diese wird verstärkt in der Gruppe der Gleichaltrigen: Regelmäßiges Rauchen und Alkoholkonsum kommt häufiger vor, wenn sich die Jugendlichen oft mit Freunden nach der Schule oder am Abend treffen. Häufiger Alkoholkonsum und Trunkenheit sind bei vielen Jugendlichen verbunden mit Problemen in der Schule. Ein Vergleich zwischen den in 1994 und 1998 durchgeführten repräsentativen HBSC-Surveys zeigt, daß in den meisten westeuropäischen Ländern der regelmäßige Alkoholgebrauch bei den Jugendlichen einen deutlich abnehmenden Trend aufweist, während er in Osteuropa ansteigt.

Die Häufigkeit von Trunkenheitserfahrungen dagegen steigt unter den Jugendlichen allgemein an. Lediglich in Deutschland sind hier für Mädchen wie für Jungen leichte Abnahmen festzustellen. Für die Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen (ESPAD) wurden 2007 die Daten von 12.448 Schülerinnen und Schülern der neunten und zehnten Klasse untersucht. Ergebnis war, dass 66,8 Prozent von ihnen Bier trinken - 2003 waren es erst 56,4 Prozent. Auch der Konsum von Spirituosen, der in diesem Alter noch verboten ist, stieg von 52,6 auf 56,9 Prozent. 19,2 Prozent der Schüler gaben an, dass sie in den letzten 30 Tagen einmal oder mehrmals Spirituosen einkauften. Wer als Jugendlicher Alkohol in großen Mengen trinkt, dem drohen einer französischen Studie zufolge dauerhafte Hirnschäden. Trinken bremst oder blockiert demnach in einigen Bereichen des Gehirns das vollständige Reifen der grauen Zellen, die üblicherweise erst zum Ende der Jugendzeit ganz ausgewachsen sind.

Nahe der Stirn zeigten Kernspintomografien Betroffener teilweise bis zu 20 Prozent weniger graue Zellen. Zusätzlich vorgenommene Geschicklichkeitstests zeigten eine Schädigung bestimmter kognitiver Funktionen, etwa beim Planen von Aufgaben oder der Lösung von Problemen. Bestätigt wird das in einer Untersuchung von Chitra Mandyam (Kalifornien) an Primaten, in der vier Tiere über einen Zeitraum von elf Monaten täglich eine Stunde lang ein alkoholhaltiges Getränk mit Zitronengeschmack trinken durften, wobei Bluttests zeigten, dass die Tiere sich bis zu einem Alkoholspiegel betranken, der etwa 2,5 Promille beim Menschen entspricht. Nach einer zweimonatigen Abstinenzphase entdeckt man im Vergleich zu Tieren, die keinen Alkohol getrunken hatten, nach wie vor deutliche Veränderungen in der Struktur des Hippocampus. Man kann daher annehmen, dass regelmäßiger Alkoholkonsum auch bei Menschen langandauernde Effekte auf die Funktionen des Hippocampus zeigt.

Quellen: Ohne Autor (2003). Health Behavior in School-Children (HBSC) Ausgewählte Ergebnisse der Studie aus dem Jahr 1998. WWW: http://www.uni-bielefeld.de/ gesundhw/ag4/projekte/ hbscergeb.html (03-07-20) Hurrelmann K., Klocke, A., Melzer, W. & Ravens-Sieberer, U. (Hrsg.) (2003). Jugendgesundheitssurvey. Weinheim, München: Juventa Verlag. http://www.oeaz.at/zeitung/ 3aktuell/2007/01/kua/kua01_2007alkohol.html (07-07-07)  

Im Detail siehe Jugendliche und Suchtmittelkonsum Experten sind der Ansicht, dass Suchtprävention im Kindergartenalter beginnen muss, denn Alkoholexzesse bei Kindern und Jugendlichen (Komatrinken) haben meist in der frühesten Kindheit ihre Wurzeln. Bekommt das Kleinkind bei jedem Schrei seine Flasche, eine Süßigkeit oder sonstige Trostpflästerchen, dann wird das Kind kaum lernen, mit Unlustgefühlen umzugehen, sondern denken, dass man durch die orale Befriedigung die alllgemeine Unlust stillen kann. Wichtig ist auch die Vorbildwirkung der Eltern - siehe unten -, denn ist es bei den Eltern normal, dass beim Abendessen Bier und Wein getrunken werden, dass bei Frust ein Glas Alkohol eingeschenkt wird, dann lernen die Kinder diese Problemlösungsstrategie und verinnerlichen diese. Es ist auch ein großer Unterschied, ob eine Tafel Schokolade aus Frust verschlungen wird oder ob man sich ein Stück Schokolade auf der Zunge zergehen lässt. Prävention muss im Kleinkindalter beginnen Statistiken zufolge gehe zwar der absolute Alkoholkonsum in Deutschland leicht zurück, doch der Trend zum exzessiven Trinken nimmt kontinuierlich zu.

Nach einer Studie an 3.400 SchülerInnen im Alter von zehn bis siebzehn Jahren in Deutschland verstärkt die Alkoholwerbung den Trend zum Komatrinken bei Jugendlichen, denn wer häufig mit Werbespots in Kontakt kommt, trinkt doppelt so oft exzessiv Alkohol wie Peers mit wenigen Werbekontakten, wobei männliche Jugendliche den Reizen der Werbung deutlich öfter erliegen als Mädchen. Grundsätzlich trinken Jugendliche umso mehr Alkohol, je öfter sie Alkoholwerbung sehen, wobei sie an entsprechender Werbung kaum vorbeikommen: Rum unter Palmen, Kräuterschnaps im Szene-Treff, Prosecco in der Frauenrunde - lediglich 1,5 Prozent der befragten Schüler gab an, noch nie eine der vorgegebenen Alkoholwerbungen gesehen zu haben. Die Krankenhauseinweisungen von Minderjährigen mit einem gefährlichen Vollrausch stiegen allein in den vergangenen vier Jahren um 36 Prozent. Die jüngsten Patienten waren zwölf Jahre alt. Diese Ergebnisse unterstreichen den Expertenbericht der Europäischen Kommission über den Einfluss der Alkoholwerbung auf Minderjährige, welcher ebenfalls zu dem Ergebnis kommt, dass Alkoholwerbung die Einstellung zu Alkohol sowie das spätere Trinkverhalten beeinflusst. Methodischer Hintergrund zur Studie Das in der Studie verwendete Werbematerial war „maskiert“, d.h. alle Hinweise auf Marken -oder Produktnamen waren gelöscht.

Exposition mit Alkoholwerbung wurde über Wiedererkennung der Werbung und über korrekte Markenzuweisung erfasst. Über die Hälfte (54%) der SchülerIinnen hatte mindestens 6 der 9 vorgegebenen Alkoholwerbungen schon einmal gesehen. Die höchste Quote erreichte die Werbung für „Krombacher Pils“ (von 95% mindestens schon einmal gesehen), gefolgt von „Jägermeister“ (84%). Insgesamt zeigte sich, dass der Kontakt mit Alkoholwerbung ähnlich hoch zu sein scheint wie der mit Werbungen anderen Inhalts (z.B. Süßigkeiten, Automarken). Jungen zeigten bei Alkoholwerbungen höhere Werte bei Wiedererkennung und Markenabrufbarkeit als Mädchen, nicht jedoch bei Kontrollwerbungen. Anhand von multivariaten Regressionsanalysen konnte ein linearer Dosis-Wirkungs-Zusammenhang zwischen der Exposition mit Alkoholwerbung und verschiedenen Alkoholkonsumvariablen gezeigt werden, darunter Lebenszeitkonsum, aktueller Konsum und „Binge Drinking“. Auch nach statistischer Berücksichtigung einer Reihe von Kontrollvariablen hatten Schüler/innen mit der höchsten Dosis an Alkoholwerbung im Vergleich zu Schüler/innen mit der niedrigsten Dosis eine etwa doppelt so hohe Chance zur Gruppe der Alkoholkonsumenten zu gehören.

Es ergab sich darüber hinaus für Niemals-Konsumenten ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Höhe der Exposition mit Alkoholwerbung und der Empfänglichkeit für Alkohol dergestalt, dass Niemals-Konsumenten mit höherer Exposition positivere Erwartungen hinsichtlich der Wirkung von Alkohol zeigten und häufiger davon ausgingen, später einmal Alkohol zu trinken bzw. ihn mit geringerer Wahrscheinlichkeit abzulehnen. Kein Zusammenhang fand sich hingegen zwischen Alkoholkonsum/Empfänglichkeit und der Exposition mit Werbung für nichtalkoholische Getränke. Einfluss der Alkoholwerbung Morgenstern M., Isensee B., Sargent J.D. & Hanewinkel R. (2009). Jugendliche und Alkoholwerbung. Forschungsbericht des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung, IFT-Nord im Auftrag der Deutschen Angestellten-Krankenkasse, DAK. WWW: http://www.ift-nord.de/ pdf/bericht_alkoholwerbung.pdf (09-05-15) Je nach Alter mit dem Kind klare, verbindliche Regeln (möglichst gemeinsam mit dem Partner) vereinbaren. Jugendschutzgesetz als Grundlage: bis 16 Jahre: absolutes Alkoholverbot, 16-18 Jahre: Bier und Wein sind erlaubt, hochprozentige Alkoholika (15 bis 96 Volumsprozent Alkohol) jedoch weiterhin verboten. Das betrifft auch alle Sorten von Mixgetränken. Vorbild sein: Kinder lernen leichter "Nein"-Sagen, wenn sie es bei den Eltern erlebt haben. Nach Festen und Partys keine halbvollen Gläser und Flaschen stehenlassen. Sichere Heimfahrt nach Festen oder nach der Disco durch Abholdienst oder Taxi gewährleisten. Oder die Möglichkeit des Übernachtens vor Ort organisieren. Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl der Teenager stärken. Vertrauen schenken, auch wenn einmal ein Ausrutscher passiert ist. Dass Kinder und Jugendliche experimentieren und Grenzen ausloten ist normal.

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Alkoholkonsum Trotz der seit langem bekannten Gefahren und gesundheitsschädigenden Folgen erfreute sich kein anderes Rauschmittel über Jahrtausende so nachhaltiger Beliebtheit wie der Alkohol. Das hartnäckige Festhalten an den Trinkgewohnheiten lässt vermuten, dass elementare Empfindungen und Wunschvorstellungen durch das Alkoholtrinken angesprochen werden. Anders lässt es sich wohl kaum erklären, dass der Alkoholgebrauch bereits vor Tausenden von Jahren eine so große Verbreitung fand und sich daran bis heute - trotz des tiefgreifenden sozialen und kulturellen Wandels - nichts geändert hat. Heute ist Alkohol in fast allen Ländern der Welt das Suchtmittel Nummer eins. Der Grundstein für einen gesundheitsgefährdenden Umgang mit Alkohol wird im Kindes- und Jugendalter gelegt. Die Kinder wachsen auf in einer sozialen Umwelt, in der Alkohol für verschiedene Zwecke verwendet wird. Sie lernen bereits früh dessen soziale Bedeutung und die vermeintlich positiven Auswirkungen kennen.

In der Mehrzahl der europäischen Länder gilt der Umgang mit Alkohol als kulturell akzeptiert und als Teil der normalen Entwicklungserfahrungen für Kinder. Die Ergebnisse verschiedener Studien (HBSC, ESPAD) zeigen, daß junge Menschen bereits sehr früh an den Alkoholkonsum herangeführt werden. Das Trinken von Alkohol ist bei uns ein obligatorischer Teil sozialer Ereignisse im Familienkreis und in der Öffentlichkeit. So lernen Kinder bereits früh dessen soziale Bedeutung und die vermeintlich positiven Auswirkungen kennen. Es ist zu vermuten, dass überwiegend Eltern oder nah stehende Erwachsene den Erstkontakt mit Alkohol bei den Kindern provozieren. Kahl et al. konnten beispielsweise nachwiesen, dass 76% der von ihnen befragten Jugendlichen angaben, ihre ersten Erfahrungen mit Alkohol im Familienkreis gemacht zu haben. Während das Experimentieren mit alkoholhaltigen Getränken nur in Ausnahmefällen eine unmittelbare gesundheitliche Bedrohung darstellt, muss ein regelmäßiger Konsum mit täglicher oder wöchentlicher Häufigkeit je nach Alter und Entwicklung der Jugendlichen als problematisch eingestuft werden. Im Rahmen der HBSC-Studie wurden die Schülerinnen und Schüler gefragt, wie häufig sie verschiedene alkoholische Getränke (Bier, Wein/Sekt, Spirituosen) zu sich nehmen. Obwohl Deutschland weltweit nach wie vor an der Spitze im Pro-Kopf Alkoholkonsum liegt, konnte für die Gruppe der Jugendliche in der Vergangenheit eine erfreuliche Veränderungen beobachtet werden. So war seit 1973 der Alkoholkonsum in dieser Altersgruppe bis zu den 90er Jahren rückläufig.

Ein Vergleich der HBSC Ergebnisse aus Nordrhein-Westfalen seit 1993 zeigt: Nachdem die Raten der regelmäßigen Alkoholkonsumenten unter den 11-, 13- und 15-Jährigen im Verlauf der 90er Jahre wieder leicht angestiegen sind, konnte bei 15-jährigen Jungen im Jahr 2002 ein deutlicher Anstieg der Raten beobachtet werden. Bei Mädchen ist die Rate in dieser Altersgruppe dagegen nur leicht angestiegen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch die bayerische Jugendgesundheitsstudie "Jugend in Bayern" (2001). Hier konnte für den Zeitraum von 1995 auf 2000 bei 15- bis 17-jährige Jungen, jedoch nicht bei Mädchen, ein Anstieg des regelmäßigen Alkoholkonsums nachgewiesen werden. Bei den 13-jährigen Jungen hat sich der Anstieg von 1993/94 zu 1997/98 nicht fortgesetzt. Bei Mädchen in dieser Altersgruppe hat sich die Rate des regelmäßigen Alkoholkonsums jedoch etwas erhöht, so dass von einer Angleichung der Raten für Jungen und Mädchen gesprochen werden kann, die sich bereits 1993/94 andeutete. Nur wenige 11- bis 15-Jährige trinken regelmäßig, die meistens trinken nicht oder nur sehr selten. Fasst man die verschiedenen Getränkearten zusammen, zeigt sich, dass insgesamt 53% der Jungen und 57% der Mädchen zum Befragungszeitpunkt abstinent waren.

Etwa gleich viele Jungen und Mädchen, nämlich etwa ein Drittel, konsumieren gelegentlich Alkohol. Männliche Jugendliche trinken aber signifikant häufiger regelmäßig Alkohol als weibliche Jugendliche. Regelmäßiger Alkoholkonsum finden wir im Bundesschnitt bei 2,4 % der 11-jährigen Jungen und bei lediglich 0,6 % der Mädchen dieses Alters. Wie beim Rauchen vollzieht sich zwischen dem 11. und dem 13. Lebensjahr die Initiation des Alkoholkonsums, so dass bei den 13-Jährigen bereits 11,3 % der Jungen und 8,5 % der Mädchen regelmäßig trinken. Unter den 15-Jährigen finden wir dann bei 37 % der Jungen und bei knapp 1Ú4 der Mädchen regelmäßigen Alkoholkonsum. Die Zahlen sind erschreckend hoch, drücken sie doch den Alkoholkonsum derer aus, die nach dem Jugendschutzgesetz noch keinen Alkohol erwerben dürfen und diesen eigentlich in der Öffentlichkeit auch nicht konsumieren dürfen. Differenziert man die einzelnen Getränkearten, so zeigt sich, dass Bier bei den 13- bis 15-Jährigen das beliebteste Getränk ist. Alkoholische Mixgetränke, sogenannte "Alcopops", stehen inzwischen an zweiter Stelle mit einer regelmäßigen Konsumhäufigkeit. Spirituosen und Wein/Sekt folgen mit großem Abstand. Während Jungen signifikant häufiger regelmäßig Bier und Spirituosen zu sich nehmen, zeigt sich beim Wein- und Sektkonsum kein Geschlechtsunterschied.

Hier deuten sich bereits geschlechtstypische Geschmackspräferenzen an: Bereits 3,6% der befragten Jungen aus der 5. Klasse greifen regelmäßig zu diesen Mixgetränken. In dieser Gruppe ist damit der Konsum von Mixgetränken etwa doppelt so häufig wie der von Bier. Die Mädchen dieser Altersgruppe gaben zu 1,1 % an Mixgetränke regelmäßig zu trinken. Unter den Schülerinnen und Schülern der 7. Klasse, die im Mittel 13 Jahre alt sind, gaben 8,2% der Jungen und 5,4% der Mädchen einen regelmäßigen Konsum von Mixgetränken an, in der 9. Klasse, mit im Durchschnitt 15-Jährigen, sind es bereits 22,1% der Jungen und 14,7% der Mädchen. Eine Studie über jugendlichen Alkoholkonsum des Europäischen Zentrums für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung (AutorInnen Irmgard Eisenbach-Stangl, Alexander Bernardis, Kurt Fellöcker, Judith Haberhauer-Stidl, Gabriele Schmied) zeigte, dass Jugendliche heute häufiger in der Öffentlichkeit trinken als früher.

Sie konsumieren dabei vom Bier bis zum Tequila sowie vor allem Alkopops, vor allem Jugendliche sozialer Unterschichten trinken auf der Straße, im Park oder am Parkplatz und dann überwiegend härtere Getränke, etwa beim "Vorglühen". Die Trinkgewohnheiten von Mädchen und Burschen werden einander zwar immer ähnlicher, junge Männer trinken aber insgesamt mehr und Stärkeres, wobei sie damit ihre Männlichkeit unter Beweis stellen wollen. Mädchen stehen eher am Rand der Szenen, denn sie fürchten oft, sich zu blamieren oder zu sexuellen Handlungen gedrängt zu werden. Die traditionellen Geschlechterrollen verlieren etwa im Alter von 16 Jahren an Relevanz. Der regelmäßige Konsum von Alkohol gilt als gesundheitlich bedenklich, beschreibt jedoch noch nicht zwangsläufig ein missbräuchliches und schädliches Verhältnis zum Alkohol. Regelmäßiger Konsum in kleinen Mengen ist vielmehr die Vorwegnahme eines normalen Verhaltens im Erwachsenenalter. Die Häufigkeit von Rauscherfahrungen kann dagegen als ein Indikator für schädlichem bzw. gesundheitsgefährdenden Konsum bei den Kindern und Jugendlichen angesehen werden. Die damit verbundenen unmittelbaren Auswirkungen auf die Gesundheit der Jugendlichen (z.B. Unfälle, Gewalt oder anderes abweichendes Verhalten) können dramatisch ausfallen.

Starker Alkoholkonsum führt zu einem Verlust der motorischen Fähigkeiten und des Urteilsvermögens und lässt darüber hinaus die Hemmschwelle für deviantes Verhalten deutlich sinken. Gerade im frühen Jugendalter treten dieser negativen Effekte recht schnell auf, schon bei einer relativ kleinen Menge konsumierten Alkohols. Die Jugendlichen wurden in der HBSC-Studie daher gefragt, wie häufig sie bereits soviel Alkohol getrunken haben, dass sie einen Rausch hatten. Dabei wurden die Angaben von mehr als zwei bisherigen Rauscherfahrungen zu einer Kategorie zusammengefasst. Dieser Grenzwert ist zwar willkürlich gewählt, markiert jedoch in gewisser Weise ein sich aufbauendes Gefährdungsmuster, das über einen reinen Genusskonsum hinausgeht und ein gesundheitliches Risiko markiert. Etwa 70% der 11- bis 15-Jährigen gaben an, in ihrem Leben noch nie einen Alkoholrausch gehabt zu haben. Unabhängig vom Geschlecht nimmt dieser Wert mit dem Alter deutlich ab, so dass im Alter von 15-Jahren nur noch 40,9% der Jungen und 45% der Mädchen diese Angabe machten. Betrachtet man die ermittelten Häufigkeiten zu mehr als zwei Rauscherfahrungen wird deutlich, dass Jungen aus jeder Altersstufe häufiger betrunken waren als gleichaltrige Mädchen. Bei der Betrachtung der Raten für mehr als 10 Rauscherfahrungen wird der Geschlechtsunterschied noch ausgeprägter. Dies berichten knapp dreimal so viele Jungen (15,4%) wie Mädchen (5,9%). Wie für den regelmäßigen Alkoholkonsum, kann auch für wiederholte Rauscherfahrungen bei 15-jährigen Jungen im Jahr 2002 ein deutlicher Anstieg der Raten beobachtet werden. Bei 15-jährigen Mädchen ebenso so wie für die 13-Jährigen lässt sich demgegenüber nur ein geringer Anstieg der alkoholbedingten Rauscherfahrungen nachweisen. Für 11-Jährige liegen die Raten über die drei Erhebungszeitpunkte auf etwa gleich niedrigem Niveau.

Quelle: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/SUCHT/JugendSucht.shtml

© [werner stangl]s arbeitsblätter

Einstiegsalter des ersten Alkoholkonsums und des ersten Alkoholrausches Alkohol ist nach wie vor das am häufigsten konsumierte "Rauschmittel" im Jugendalter. Je früher junge Menschen erste Erfahrungen mit dem Alkoholkonsum machen oder aber ihren ersten Alkoholrausch erleben, um so größer gestaltet sich ihr Risiko, im späteren Lebenslauf Alkoholprobleme zu entwickeln. Dies ist zwar nicht zwangsläufig, stellt jedoch im Zusammenhang mit weiteren Risikofaktoren einen empirisch nachweisbaren Prädiktor für die Suchtentwicklung dar. In unserem Fragebogen ermittelten wir auch Durchschnittsalter des ersten Alkoholkonsums und Alkoholrausches. Um die Genauigkeit und Vergleichbarkeit der Daten zu erhöhen, wurde die Analysen auf die 15-Jährigen begrenzt. Das Durchschnittsalter des ersten Alkoholkonsums liegt derzeit bei 12,8 Jahren; bei Jungen nur unwesentlich früher als bei Mädchen. Der erste Alkoholrausch findet mit durchschnittlich 13,8 Jahren statt, also in der Regel etwa ein Jahr nachdem erste Erfahrungen mit dem Alkohol gemacht wurden. Jungen erleben ihren ersten Alkoholrausch dabei signifikant früher als Mädchen. Für den allgemeinen Anstieg des Alkoholkonsums unter den Jugendlichen gibt es wahrscheinlich zwei Gründe die eng miteinander verbunden sind: Zum einen führt ein früheres Einstiegsalter in den Alkoholkonsum zu einer leichten Steigerung der Konsumraten, viel bedeutender scheint jedoch ein verändertes Angebot alkoholischer Getränke zu sein.

Fertig gemischte Schorlen, Biermixgetränke und mit Spirituosen versetzte Limonaden ("Alcopops") zielen zunehmend auf eine sehr junge Konsumentengruppe. Diese Entwicklung, die in Großbritannien bereits Ende der 90er Jahre zu beobachten war, zeigt sich nun auch in Deutschland. Eine Betrachtung des Suchtmittelkonsums bei Jugendlichen kommt um die kritische Auseinandersetzung mit diesen neuen Alkoholika nicht mehr herum. Ich will hier nur kurz auf die Gefahren dieser Getränke eingehen: Am 11. Juni 2003 veröffentlichte die Deutsche Presse Agentur folgende Nachricht: "Frankfurt/Main - Neue Mischgetränke auf Wodka- oder Rum- Basis haben in Deutschland die Lust auf Spirituosen wieder entfacht. ... Die vorgemischten Drinks haben laut BSI ihren Siegeszug aus den Discotheken, Kneipen und Bars heraus seit Mitte 2002 im Lebensmittelhandel fortgesetzt und einen Anteil von neun Prozent am Spirituosenmarkt erreicht. Im Handel seien in den ersten vier Monaten 2003 rund 11 Prozent mehr Spirituosen verkauft worden. Durch diesen neuen Schwung hoffen die Anbieter von Hochprozentigem, den ProKopf-Verbrauch in diesem Jahr auf 5,9 Liter halten zu können. Vor allem junge Käufer sehen die süßen Long-Drinks in Flaschen als Bierersatz." Bei den ersten Alkoholerfahrungen im Kindesalter, die im Durchschnitt etwa im 8. bis 9. Lebensjahr durch das Probieren kleiner Mengen vor sich gehen, sind zunächst in der Regel geschmackliche Aversionen zu überwinden.

Es liegt auf der Hand, dass hier süsse Getränke mit moderatem Alkoholgehalt zu positiveren Erfahrungen führen als etwa bitteres Bier, trockene Weine oder scharfe Schnäpse. Sind geschmackliche Vorbehalte erst einmal abgebaut, kommt die physiologische Wirkung des Alkohols auf das sogenannte "neuronale Belohnungssystem" zum tragen. Die angenehme Alkoholwirkung wird als Wirkungserwartung tief im Gedächtnis gespeichert. Im frühen Jugendalter kommen im Zuge der Pubertät, beim Übergang vom Kindes- zum Erwachsenenalter, die sozialen bzw. kulturellen Aspekte des Alkoholkonsums hinzu. Durch ihr Produktdesign und durch die Art der Werbung lassen sich Alcopops eng mit dem Lifestyle junger Erwachsener assoziieren.

Die Werbebotschaften befassen sich überwiegend mit Nonkonformität, Erotik, Parties und Urlaubsstimmungen und sind daher besonders attraktiv für Jugendliche. Durch ihre Neuartigkeit und durch ihr Produktdesign umgehen diese Mixgetränke mögliche Resentiments gegenüber den klassischen alkoholischen Getränken. Dies macht sie um so attraktiver für Jugendliche, die wegen alterstypischer Abgrenzungswünsche gegenüber Erwachsenen, nicht zu den gleichen Getränken wie Vater und Mutter greifen möchten. Eine amerikanische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass nach Meinung vieler Erwachsener, besonders aber der meisten Teenager, Alcopops speziell für Jugendliche hergestellt werden . Auch die Verpackung bzw. die Beschriftung der Etiketten verrät den tatsächlichen Alkoholgehalt, der mit durchschnittlich fünf Volumenprozent immerhin höher als beim Bier ist, nur bei genauem Hinsehen. Sie erhöhen dadurch auch die Toleranz der Erwachsenen, die aus Unkenntnis diese alkoholischen Getränke unterschätzen und daher als unbedenklich einstufen. Dies führt immer wieder dazu, dass selbst Eltern den Konsum dieser Getränke tolerieren, da sie ja scheinbar wenig schädlich sind.

Quelle: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/SUCHT/JugendSucht.shtml

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