Toreutik (griech., lat. Caelatura) ist die Bildnerei in Metallen im Unterschied zur Skulptur (sculptura), der Arbeit in Stein, Keramik und Holz.

Toreutik ist namentlich die Bearbeitung des Metalls mit scharfen Instrumenten – das Ziselieren, das Herausschlagen oder Treiben der Formen mittels Punzen –, unter Umständen aber auch an ein teilweises Gießen in Formen. Die Künstler in dieser Arbeit heißen Toreuten.

Der Kupferstich (veraltet auch Chalkographie genannt) gehört zu den grafischen Tiefdruckverfahren. Beim Kupferstich wird das zu druckende Bild mit einem Grabstichel spanabhebend in eine Kupferplatte „gegraben“.

Die Oberfläche einer 1 bis 3 Millimeter starken Kupferplatte wird vor der Gravur sorgfältig geschliffen und glatt poliert. Auf diese vorbereitete Fläche wird die seitenverkehrte Zeichnung übertragen und mit einem Grabstichel Linie für Linie in das Metall eingeschnitten. Der Kupferstich ist ein Tiefdruckverfahren. Linien erscheinen auf dem Papier schwarz, die unversehrten polierten Bereiche der Platte erscheinen weiß. Im Gegensatz zur Radierung wird das Werkzeug (der Stichel = altdeutsch für Stahl) vom Körper weg geschoben und das Material aus der Platte geschnitten. So entstehen beiderseits der Linie keine Grate wie bei der Kaltnadeltechnik. Die Abdrucke wirken daher „kälter“, technischer und nicht so malerisch wie eine Kaltnadelradierung. Da größere Flächen nicht aus der Metallplatte herausgestochen werden können – wie etwa beim Holzschnitt, der ein Hochdruck ist,  –, müssen zahlreiche, dicht beisammenstehende Linien eine flächenähnliche Wirkung erzielen. Während der harte Kontrast zwischen Hell und Dunkel ein typisches Merkmal des Holzschnitts ist, erlaubt der Kupferstich durch die Feinheit und schraffierende Überlagerung der Striche, durch die fließende Übergänge möglich sind, eine differenzierte und „körperhafte“ Wiedergabe des Dargestellten. Damit ist ein Detailreichtum möglich, der – verglichen mit dem Holzschnitt – eine größere Formenvielfalt erlaubt.

Die erwärmte Platte wird eingefärbt, wobei durch die Erwärmung die Druckerschwärze bis in die feinsten Linien dringt, und anschließend wieder gesäubert, so dass nur noch in den Linien Farbe zurückbleibt. Schließlich erfolgt der Druck mit einer Walzenpresse, in der das angefeuchtete Papier die Farbe aus den Vertiefungen aufnimmt.

Zur Unterscheidung der unterschiedlichen Techniken von Radierung und Kupferstich siehe Radierung. Beide Techniken wurden oft kombiniert angewendet.

Eine technisch sauber hergestellte Kupferplatte ermöglicht etwa 200 Abzüge bester Qualität. Weitere 300 bis 400 Blätter können in guter Qualität hergestellt werden. Anschließend sind nur noch mittelmäßige Abdrucke zu erzielen, die zunehmend verflachen. In der Gegenwart werden gewalzte Kupferplatten verwendet, die gegenüber den älteren, gehämmerten Platten nochmals kleinere Auflagen bedingen.

Erkennungsmerkmale eines Kupferstichs

Neben den allgemeinen Erkennungsmerkmalen des Tiefdrucks weist der Kupferstich folgende Merkmale auf:

  • Keine Tonabstufungen, sondern nur Punkte und Linien
  • Parallelität der Strichführung, Schraffursysteme (während beispielsweise die Radierung frei in der Linienführung ist)
  • unter der Lupe ist erkennbar, dass der Strich in einer haarfeinen Linie beginnt, anschwillt und wieder in einer feinen Linie endet (so genannte Taille oder schwellende Linie)
  • der Strich hat glatte Ränder (und unterscheidet sich dadurch vom Strich in der Radierung, der rauhe Ränder hat)
  • der Strich zeigt keine Verschattungen (wie beispielsweise bei der Kaltnadeltechnik).

 


 
Darstellung der Kupferstichtechnik in der „Encyclopédie“, um 1760

 

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