34 Töpferei

 

Töpferei ist eine Technik zur Herstellung von Keramik, bei der hauptsächlich Gegenstände aus Ton/Lehm geformt, getrocknet, dekoriert und gebrannt werden, wodurch die keramischen Endprodukte hart und teilweise wasserfest werden.

Töpferei als Begriff findet auch allgemeine Verwendung den Herstellungsprozess von Keramikprodukten oder Erzeugnissen wie Vasen, Krüge, Töpfe, Schalen oder beispielsweise Schüsseln. In Abhängigkeit von den verwendeten Ausgangsmaterialien und der Fertigungstechnik werden die erzeugten Keramiken grundsätzlich gemäß der Klassifikation keramischer Massen verschiedene Klassen, Unterklassen, Gruppen und Untergruppen zugeordnet.

Bedeutung

Die Verarbeitung von Ton und Lehm sowie das Brennen des sogenannten Irdenguts sind wahrscheinlich die ersten Handwerkskünste, die mit der Entstehung der menschlichen Kultur in engem Zusammenhang stehen. Sowohl das Handwerk als auch die Kunst der Töpferei, als älteste Methode zur Herstellung von Gefäßen, Gegenständen plastischer Formgebung überhaupt, behielt über Jahrhunderte ihre Bedeutung.

Eine Person, die Töpferei-Erzeugnisse herstellt, wird als Töpfer und der Ort, an dem der Töpfer arbeitet, also die Werkstatt, wird (wie das Handwerk selbst) auch als Töpferei bezeichnet. Die Bedeutung der Berufsbezeichnung Töpfer variiert jedoch regional. Teilweise wird darunter auch der Beruf des Ofensetzers verstanden – das Setzen eines Kachelofens aus Keramikelementen. Zur Abgrenzung wird teilweise der Begriff „Scheibentöpfer“ verwendet. Die korrekte Berufsbezeichnung der Handwerkskammern bzw. im Innungswesen ist heute nicht mehr „Töpfer“, sondern Keramiker. Letztere Bezeichnung wird für Personen mit künstlerischem Anspruch bevorzugt verwendet.

Formtechniken

Um Tongefäße zu formen, gibt es verschiedene Techniken: Bei der einfachsten werden Tonfladen zusammengesetzt und die Übergänge geglättet (Aufbautechnik). Bei der Wulsttechnik werden dünne Stränge von Ton ringförmig oder in Spiralen übereinander geschichtet, beim Formen mit der Töpferscheibe wird ein in schnelle Drehung versetzter Tonklumpen mit den Händen oder mit Schablonen zu einem rotationssymmetrischen Gefäß ausgezogen. Nach dem Formen werden die vorgetrockneten Werkstücke gebrannt und dadurch gehärtet. Dazu sind Temperaturen von 450 °C bis über 1280 °C erforderlich. Bei Temperaturen unterhalb von 1000 °C bleibt die Töpferware wasserdurchlässig (Terrakotta), darüber beginnt sie zu verglasen. Nur bestimmte Tone können so hoch gebrannt werden, dass sie verglasen; dies sind besonders Klinkerton, Steinzeugton und als spezielles Produkt Porzellan (Kaolin). Um auch poröse Tongefäße wasserundurchlässig zu gestalten und auch aus ästhetischen Gründen, werden niedriggebrannte Tongefäße häufig mit einer Glasur überzogen.

Heute werden Tongefäße, vor allem Gebrauchsgeschirre, vorwiegend industriell hergestellt. Die handwerkliche Töpferei dient in den westlichen Kulturen häufiger zu künstlerischen Zwecken, zur Traditionspflege oder als Hobby. In den Töpfergebieten z. B. des Westerwaldes (Kannenbäckerland), der Oberlausitz, des Elsass usw. findet man jedoch noch viele Töpfereien, in denen das Handwerk traditionell ausgeübt und gepflegt wird.

Indigenen Völkern hingegen dient der Verkauf von Töpferwaren und anderem Kunsthandwerk als wichtige Einnahmequelle. In den weniger entwickelten Ländern, in welchen Strom nicht in ausreichendem Maße und billig zur Verfügung steht, spielen Töpferwaren immer noch eine wichtige Rolle zur Aufbewahrung von Nahrungsmitteln.

Geschichte

Die ältesten bekannten Keramikgefäße sind etwa 18.000 Jahre alt und stammen aus China. Neuere Funde aus einer Höhle in derselben Gegend setzen das Alter der dort gefundenen Gefässe auf 20.000 Jahre an.

Die ersten Gefäße in Spiralwulsttechnik aus dem 8. Jahrtausend v. Chr. wurden in Asien gefunden. Seit dem 6. Jahrtausend v. Chr. wurde in Vorderasien die langsamdrehende Töpferscheibe verwendet. Zur gleichen Zeit kam auch die Buntkeramik auf und erreichte in den folgenden Jahrtausenden eine Blüte in Mesopotamien, Iran, Kleinasien und Griechenland. Durch die Erfindung der schnelldrehenden Töpferscheibe um 4000 v. Chr. begann die Produktion von Massenware.

Glasierte Keramik ist seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. aus Mesopotamien und Ägypten bekannt.

 

 

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